Welche Zähler sind bei Solarstromanlagen bis 10 kW und Eigenverbrauchsschaltung nötig?

erstellt am: 

23.08.2012

Textfassung vom: 

28.01.2016

zuletzt geprüft am: 

28.01.2016

Gesetzesbezug: 

EEG 2012 §§ 5, 7, 13
EEG 2012 § 33 (ab 04/2012)
EEG 2014 § 61

Seit dem Inkrafttreten der sog. PV-Novelle zum 1. April 2012 ist der vergütete Eigenverbrauch von Solarstrom (§ 33 Abs. 2 EEG 2012 in der bis zum 31. März 2012 geltenden Fassung) ersatzlos entfallen. Es ist jedoch möglich, den erzeugten Strom - ohne gesetzliche Mindestvergütung - ganz oder teilweise durch die Anlagenbetreiberin, den Anlagenbetreiber selbst oder durch Dritte in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage zu verbrauchen, wenn der Strom nicht durch ein Netz durchgeleitet wird. Hierzu finden Sie nähere Informationen in unserer Antwort auf die häufige Frage "PV-Eigenverbrauch: Welche Anforderungen gelten für welche Anlage?" In diesem Fall wird lediglich auf den ins Netz eingespeisten Überschussstrom der gesetzliche Vergütungssatz fällig. Hierzu ist nur die Messung des tatsächlich ins Netz eingespeisten Stroms erforderlich. Es genügt daher typischerweise ein (auch als "Übergabezähler" bezeichneter) Zweirichtungszähler am Netzverknüpfungspunkt (z.B. dem Hausanschluss). Eine graphische Darstellung dieser Messanordnung finden Sie in unserer Empfehlung 2008/20, Abschnitt 5.4. Bitte beachten Sie, dass dies nur bei Anlagen mit einer Leistung von bis zu 10 kW(p) und vorbehaltlich einer ggf. aus steuerrechtlichen Gründen erforderlichen Erfassung des Eigenverbrauchs gilt. Zum letztgenannten Punkt liegt noch keine abschließende Klärung durch die obersten Finanzbehörden vor.

Anlagen mit einer Leistung von mehr als 10 kW(p) unterliegen unter den Voraussetzungen des § 33 EEG 2012 in der ab dem 1. April 2012 geltenden Fassung dem sog. Marktintegrationsmodell. In diesem Fall ist grundsätzlich ein zusätzlicher Erzeugungszähler erforderlich. Zur Frage der gem. § 33 Abs. 4 EEG 2012 erforderlichen Messkonstellationen bei dem Marktintegrationsmodell unterfallenden PV-Anlagen hat die Clearingstelle EEG das Hinweisverfahren 2013/19 veröffentlicht. Beachten sie hierzu auch unsere Erläuterungen zum PV-Eigenverbrauch: Welche Regelungen gelten für welche Anlagen? Beachten Sie, dass für Strom aus Anlagen, die vor dem 1. April 2012 in Betrieb genommen worden sind, gemäß den Übergangsbestimmungen die alte Rechtslage fortgilt (§ 66 Abs. 18 Satz 1 EEG 2012). Gleiches gilt für Anlagen, die zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 2012 in Betrieb genommen worden sind, unter den in den Übergangsbestimmungen (§ 66 Abs. 18 Satz 2 EEG 2012) genannten Bedingungen (vgl. dazu das Hinweisverfahren 2012/10 – Netzanschlussbegehren).

Seit dem Inkrafttreten des EEG 2014 mit Wirkung zum 1. August 2014 wurde das Marktintegrationsmodell für Anlagen, die dem EEG 2014 unterfallen (Neuanlagen), abgeschafft.

§ 61 EEG 2014 regelt die Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage für Letztverbraucher und Eigenversorger. Gemäß § 61 Abs. 1 EEG 2014 ist grundsätzlich auch im Falle der Eigenversorgung die (ggf. anteilige) EEG-Umlage zu zahlen. Ausnahmen sind in § 61 Abs. 2 bis 4 EEG 2014 geregelt. Gemäß § 61 Abs. 2 Nr. 4 EEG 2014 ist der Eigenverbrauch von Strom aus einer PV-Installation mit maximal 10 kWp von der EEG-Umlage befreit, wenn sie entweder weniger als 10 MWh pro Kalenderjahr erzeugen kann oder der Eigenverbrauch weniger als 10 MWh beträgt. In diesem Fall ist kein gesonderter Erzeugungszähler vorzuhalten  (dazu insbesondere der Abschnitt 5.1 der Empfehlung 2014/31 der Clearingstelle EEG).
 

Des Weiteren weist die Clearingstelle EEG darauf hin, dass sich mit Inkrafttreten des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG), das sich derzeit noch im Gesetzgebungsprozess befindet, die Regelungen zur Messung für EEG-Anlagen voraussichtlich grundlegend verändern werden.

 
 
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