Dürfen PV-Kleinstanlagen („Plug&Play-Anlagen“) über die Steckdose an das Hausnetz angeschlossen werden?

erstellt am: 

05.06.2012

Textfassung vom: 

24.08.2015

zuletzt geprüft am: 

24.05.2016

Gesetzesbezug: 

EEG 2012 § 3
EEG 2012 §§ 5, 7, 13
EEG 2012 § 6 Abs. 1 bis 3
EEG 2012 § 6 Abs. 6, § 17 Abs. 1
EEG 2012 §§ 16, 18, 21
EEG 2012 § 17 Abs. 2 und 3, Anl. 4
AnlRegV
EEG 2014 §§ 8, 10, 16
EEG 2014 §§ 24, 25 Abs. 1, 2 Nr. 2 bis 6

Das EEG steht dem Anschluss von PV-Kleinstanlagen (bis maximal etwa 3,6 kWp) über die Steckdose an das Hausnetz (sog. Plug&Play-Anlagen) zumindest nicht entgegen. Zu der Frage, ob andere Gesetze, Regelungen oder die allgemein anerkannten Regeln der Technik dem Anschluss entgegenstehen oder nicht, trifft die Clearingstelle EEG keine Aussage.

Die Clearingstelle EEG weist jedoch auf derzeit noch ungeklärte Sicherheitsfragen hin. Dazu hat die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE (DKE) am 23. April 2013 „Hinweise des DKE Normengremiums  UK 221.1 „Schutz gegen elektrischen Schlag“ Einspeisung elektrischer Energie in Endstromkreise von Kundenanlagen durch steckerfertige Erzeugungsanlagen“   veröffentlicht. Die Beratungen der DKE sind bislang noch nicht abgeschlossen.

Die Betreiberinnen und Betreiber von sog. Plug&Play-Anlagen sind jedoch grundsätzlich verpflichtet, allgemeine Anforderungen einzuhalten, die das EEG an Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien stellt:

  • Die Anlagen sind mit einer technischen Einrichtung auszustatten, mit der der Netzbetreiber jederzeit die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann oder mit der am Netzverknüpfungspunkt die Einspeiseleistung auf 70% der installierten Leistung begrenzt werden kann; wird keine technische Einrichtung eingebaut, so reduziert sich der Vergütungsanspruch gemäß den jeweils anzuwendenden Regelungen des EEG.
  • Die im Einzelfall notwendigen technischen Anforderungen des Netzbetreibers und § 49 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sind einzuhalten, insbesondere ist die technische Sicherheit zu gewährleisten und die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik zu beachten.
  • Der Anschluss der Anlagen sowie die Einrichtung und der Betrieb der notwendigen Messeinrichtungen einschließlich der Messung sind vom Netzbetreiber oder von einem fachkundigen Dritten vornehmen zu lassen.
  • Die Anlage ist an das Anlagenregister der Bundesnetzagentur zu melden; andernfalls verringert sich der Vergütungsanspruch gemäß den jeweils anzuwendenden Regelungen des EEG.

 

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